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03.02.2026

Von Abfall zu Wertstoff: Ressourcenrückgewinnung & CE in der Praxis

Abfälle gelten in vielen Unternehmen noch immer als Kostenfaktor, entwickeln sich jedoch zunehmend zu strategischen Rohstoffquellen. Steigende Primärrohstoffpreise, volatile Lieferketten und strengere regulatorische Anforderungen verschieben den Fokus hin zur aktiven Steuerung von Materialabhängigkeiten. Resource Recovery rückt damit ins Zentrum unternehmerischer Wertschöpfung. Dieses Insight zeigt, warum systemisch integrierte Ressourcenrückgewinnung ein zentraler Hebel der Kreislaufwirtschaft ist und wie Unternehmen ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit verbinden können.

Das Wichtigste in Kürze  

  • Resource Recovery geht deutlich über klassisches Recycling hinaus und fokussiert auf die hochwertige Rückgewinnung von Materialien, Energie und Nährstoffen.
  • Der wirtschaftliche Nutzen entsteht durch Qualität, Skalierbarkeit und Systemintegration – nicht durch Rückgewinnung an sich.
  • Unternehmen reduzieren Rohstoffrisiken, stabilisieren Kostenstrukturen und stärken ihre Versorgungssicherheit durch strategische Rückführung von Sekundärrohstoffen. 
  • Regulatorische Anforderungen wie ESPR, PPWR, CSRD und EPR machen Resource Recovery zunehmend zu einer steuerungsrelevanten Managementaufgabe.
  • Erfolgreiche Strategien basieren auf transparenter Stoffstromanalyse, klaren KPIs, integrierter Governance und früher Verankerung in Design- und Investitionsentscheidungen.

 

Die Grundlagen über Ressourcenrückgewinnung 

Ressourcenrückgewinnung (engl. Resource Recovery) ist kein technisches Randthema der Abfallwirtschaft, sondern eine ökonomische Fragestellung entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Entscheidend ist nicht, ob Materialien zurückgewonnen werden, sondern in welcher Qualität, mit welchen Verlusten und in welchem Systemkontext diese Rückführung erfolgt. Genau hier verläuft die Trennlinie zwischen klassischer (1) Abfallverwertung und (2) strategischer Ressourcenrückgewinnung. 

In der Kreislaufwirtschaft markiert Resource Recovery den kritischen Übergang vom Ende der Nutzung zurück in neue Wertschöpfung. Während Produktdesign, Materialwahl und Nutzung darüber entscheiden, ob ein Produkt grundsätzlich kreislauffähig ist, bestimmt die Qualität der Rückgewinnung, ob ökonomischer Wert erhalten bleibt oder irreversibel verloren geht. Resource Recovery ist damit kein reines End-of-Life-Thema, sondern ein Spiegel vorgelagerter Design-, Material- und Systementscheidungen.  

Recycling vs. Resource Recovery 

Recycling wird häufig als Sammelbegriff verwendet, verdeckt jedoch zentrale Unterschiede. Klassische Wiederverwertung fokussiert primär auf Entsorgungssicherheit und MengenreduktionResource Recovery hingegen adressiert das Rückgewinnungsniveau: 

  • Welche Materialqualität wird erreicht? 
  • Welche Funktion kann das Material erneut erfüllen? 
  • Und in welchem Markt ist es einsetzbar? 

Diese Differenzierung ist strategisch relevant, da nur hochwertige Rückgewinnung eine tatsächliche Substitution von Primärrohstoffen ermöglicht. Rückgewinnung unterhalb dieses Niveaus reduziert zwar Abfall, führt jedoch häufig zu Qualitätsverlusten, neuen Abhängigkeiten und langfristig zu ökonomischen Ineffizienzen. 

Closed-Loop vs. Open-Loop Recovery 

Closed-Loop-Recovery verfolgt das Ziel, Materialien in gleicher oder funktional gleichwertiger Qualität in denselben Anwendungsbereich zurückzuführen. Der wirtschaftliche Hebel liegt darin, dass Sekundärrohstoffe direkt mit Primärmaterialien konkurrieren können – technisch, preislich und regulatorisch.

Typische Beispiele sind Metalle oder bestimmte Kunststoffe, die aus Produktionsabfällen oder End-of-Life-Produkten zurückgewonnen und erneut in industriellen Kernanwendungen eingesetzt werden. Closed-Loops sind dort realisierbar, wo Produktdesign, Materialreinheit und Rücknahmesysteme frühzeitig aufeinander abgestimmt wurden. 

Open-Loop-Recovery entsteht dort, wo diese Voraussetzungen fehlen. Materialien werden in andere Anwendungen überführt, häufig mit qualitativen oder funktionalen EinschränkungenDowncycling reduziert den Materialwert schrittweise, Upcycling kann ihn punktuell erhöhen, bleibt jedoch oft nischen- oder designgetrieben. Open-Loops leisten einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung, stellen aus Unternehmenssicht jedoch meist Übergangslösungen dar, solange Closed-Loop-Systeme technisch oder wirtschaftlich nicht realisierbar sind. 

Warum Resource Recovery ein Kernprinzip der Kreislaufwirtschaft ist  

Resource Recovery operationalisiert die Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft in messbarer Form: 

  • Erstens verschiebt sie den Umgang mit Abfall von einer reaktiven Entsorgungslogik hin zu einer aktiven Steuerung von Stoffströmen. Materialien werden nicht am Ende „gerettet“, sondern systematisch als Sekundärressourcen eingeplant. 
  • Zweitens ermöglicht sie das tatsächliche Schließen von Materialkreisläufen, sofern Rückgewinnung qualitativ hochwertig erfolgt. Closed-Loop-Systeme reduzieren Abhängigkeiten von Primärrohstoffen und stabilisieren Kostenstrukturen – ein zunehmend relevanter Faktor angesichts geopolitischer und marktlicher Unsicherheiten.
  • Drittens adressiert Resource Recovery auch den biologischen Kreislauf. Die Rückführung organischer Stoffe über Vergärung, Kompostierung oder Nährstoffrückgewinnung verbindet industrielle Prozesse mit ökologischer Regeneration – vorausgesetzt, sie erfolgt effizient und emissionsarm. 

Resource Recovery ist damit kein nachgelagerter Prozess, sondern ein strategischer Prüfstein, wie wirksam Kreislaufwirtschaft tatsächlich umgesetzt wird. 

  

Chancen und Herausforderungen: Wo Theorie auf Realität trifft  

Chancen: Real, aber nicht automatisch 

Resource Recovery bietet erhebliche ökologische und ökonomische Potenziale – allerdings nur dann, wenn sie systemisch gedacht wird. Ökologisch reduziert sie Primärrohstoffverbrauch, Abfallmengen und Emissionen. Ökonomisch stärkt sie Versorgungssicherheit, reduziert Rohstoffrisiken und eröffnet neue Wertschöpfungspfade. 

Für Unternehmen liegt der zentrale Hebel weniger in abstrakter Nachhaltigkeit, sondern in Kostenstabilität, Resilienz und Geschäftsmodellinnovation. Sekundärrohstoffe reduzieren Preisvolatilität, Rücknahmesysteme sichern Materialzugang, und neue Geschäftsmodelle – etwa Produkt-als-Service oder Sekundärrohstoffvermarktung – verlängern Wertschöpfungsketten über den klassischen Verkauf hinaus. 

Herausforderungen: strukturell, nicht operativ  

Die Grenzen von Resource Recovery sind selten rein technologisch, sondern überwiegend systemisch. Verbundmaterialien und komplexe Produktarchitekturen erschweren hochwertige Rückgewinnung. Wirtschaftlich stehen hohe Investitionen, volatile Rohstoffpreise und fehlende Skaleneffekte im Spannungsfeld. 

Regulatorisch führen unklare Abgrenzungen zwischen Abfall- und Produktrecht sowie komplexe Genehmigungsprozesse zu zusätzlicher Unsicherheit. Hinzu kommen ökologische Zielkonflikte: Nicht jede Rückgewinnung ist automatisch sinnvoll. Energie-, Wasser- und Chemikalieneinsatz müssen in Relation zum tatsächlichen Ressourcengewinn bewertet werden. Ohne belastbare Lebenszyklusanalysen besteht die Gefahr, ökologische Effizienz lediglich zu simulieren. 

 

Rechtlicher & wirtschaftlicher Rahmen 

Regulierung Europa 

Initiativen wie der European Green Deal und der Circular Economy Action Plan markieren den Übergang von politischen Leitbildern zu konkreten Produkt- und Prozessanforderungen. Regelwerke wie die Ökodesign-Verordnung (ESPR), die Verpackungsverordnung (PPWR) und erweiterte Herstellerverantwortungssysteme (EPR) verlagern Verantwortung explizit auf Unternehmen – insbesondere auf Produktdesign, Rücknahme und Verwertung. 

Regulierung Österreich 

In Österreich werden diese Vorgaben durch nationale Strategien und das Abfallwirtschaftsgesetz operationalisiert. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Resource Recovery Investitionen, Produktentwicklung und operative Steuerung beeinflusst – unabhängig davon, ob sie strategisch eingeplant ist oder nicht. 

Unternehmensverantwortung & Reporting 

Durch CSRD und ESG wird Ressourcenrückgewinnung endgültig steuerungsrelevant. Materialflüsse, Recyclingquoten, Sekundärrohstoffanteile und vermiedene Emissionen werden messbar, vergleichbar und prüfbar. Resource Recovery wird damit zu einer Managementaufgabe, nicht zu einer Kommunikationsmaßnahme. 

 

Unternehmensperspektive: Warum Resource Recovery strategisch entscheidend ist 

1. Kosteneffizienz & Wettbewerbsvorteile 

Aus Unternehmenssicht wirkt Resource Recovery primär über Kosten- und Risikostrukturen. Die Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen reduziert Abhängigkeiten von volatilen Rohstoffmärkten, geopolitischen Risiken und Lieferkettenstörungen. Besonders in materialintensiven Industrien entsteht dadurch ein strategischer Vorteil: Kosten werden planbarer, Beschaffungsrisiken sinken und Materialverfügbarkeit wird zur intern steuerbaren Größe. 

2. Nachhaltigkeit & Marken-Positionierung 

Gleichzeitig gewinnt Resource Recovery als Glaubwürdigkeitsfaktor im Kontext von ESG, CSRD und Stakeholder-Erwartungen an Bedeutung. Entscheidend ist dabei nicht die Existenz einzelner Recyclingmaßnahmen, sondern deren systematische Integration und messbare Wirkung 

Unternehmen, die Ressourcenrückgewinnung transparent steuern und berichten, schaffen Vertrauen bei Investor:innen, Kund:innen und Regulatoren. Nachhaltigkeit wird damit ein integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung mit direktem Einfluss auf Markenwahrnehmung, Kapitalzugang und regulatorische Sicherheit. 

3. Geschäftsmodelle mit Resource Recovery 

Strategisch besonders relevant wird Resource Recovery dort, wo sie neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Produkt-als-Service-Ansätze, strukturierte Rücknahmeprogramme oder der gezielte Vertrieb von Sekundärrohstoffen verlängern Wertschöpfungsketten über den klassischen Verkauf hinaus. Praxisbeispiele wie die Rückgewinnung hochwertiger Metalle aus Elektroschrott oder die energetische Nutzung organischer Abfälle zu Biogas zeigen, dass Resource Recovery nicht nur Kosten senkt, sondern neue Erlöslogiken erschließt – vorausgesetzt, Materialflüsse, Technologien und Marktanwendungen sind konsequent aufeinander abgestimmt. 

 

Methoden, Technologien & Beispiele der Ressourcenrückgewinnung 

Die operative Umsetzung der Ressourcenrückgewinnung stützt sich auf ein Zusammenspiel unterschiedlicher Methoden und Technologien, deren Auswahl maßgeblich von Materialart, Stoffstromkomplexität und angestrebtem Wertschöpfungsniveau abhängt.   

Technologische Ansätze 

Technologische Ansätze zur Ressourcenrückgewinnung lassen sich je nach Wirkprinzip und Eingriffstiefe in mechanische, chemische und biologische Verfahren differenzieren.  

Mechanische Verfahren 

Mechanische Verfahren bilden häufig die Basis der Ressourcenrückgewinnung. Zerkleinerung, Sortierung und Separation ermöglichen die Fraktionierung von Stoffströmen und sind insbesondere bei Metallen, Glas, Papier und mineralischen Baustoffen etabliert. Ihre Leistungsfähigkeit hängt jedoch stark von der Materialreinheit und Produktgestaltung ab. 

Chemische Verfahren 

Chemische Verfahren erweitern die Möglichkeiten dort, wo mechanische Trennung an ihre Grenzen stößt. Pyrolyse und Depolymerisation erlauben die Rückführung komplexer Kunststoffe auf molekularer Ebene, während lösungsmittelbasierte Trennverfahren und metallurgische Prozesse hochwertige Rückgewinnung selbst aus stark vermischten Stoffströmen ermöglichen. Diese Verfahren sind technologisch anspruchsvoll, eröffnen jedoch echte Closed-Loop-Potenziale. 

Biologische Verfahren 

Biologische Verfahren adressieren insbesondere organische Stoffströme. Anaerobe Vergärung erzeugt Biogas und verwertbare Nährstoffe, Kompostierung führt organische Materialien in den biologischen Kreislauf zurück, und Bioleaching zeigt, dass selbst metallische Rückgewinnung mikrobiell unterstützt werden kann. Entscheidend ist hier die Prozessintegration, um Emissionen und Ressourceneinsatz zu minimieren. 

Methoden, Technologien & Anwendungsfelder 

Anwendungsfelder reichen von stofflichem Recycling über Wiederverwendung und Urban Mining bis hin zu Waste-to-Energy-Ansätzen und der Rückgewinnung aus Abwasser. Der strategische Unterschied liegt dabei weniger im „Ob“, sondern im Wertniveau der Rückführung. 

Recycling (stoffliche Verwertung) 

Stoffliches Recycling bleibt ein zentrales Anwendungsfeld, insbesondere für Papier, Glas, Metalle und Kunststoffe. Der strategische Unterschied liegt dabei weniger im „Ob“, sondern im Closed-Loop-Anteil: Je höher die Rückführung in gleichwertige Anwendungen, desto größer der ökonomische Effekt. 

Wiederverwendung (Reuse) 

Wiederverwendung (Reuse) setzt früher im Lebenszyklus an und ist oft die effizienteste Form der Werterhaltung. Mehrwegverpackungen, refurbished Elektronik oder wiederverwendete Bauteile vermeiden energieintensive Aufbereitungsschritte und maximieren den Ressourcenerhalt pro Einsatz 

Urban Mining 

Urban Mining bezeichnet die systematische Erschließung bestehender Gebäude, Infrastrukturen, Produkte und Abfallströme als sekundäre Rohstoffquellen und verlagert den Rohstoffabbau gezielt in den urbanen Bestand. Gebäude, Altgeräte und sogar Deponien werden dabei zu strategischen Rohstofflagern, insbesondere für Metalle und kritische Materialien. 

Waste-to-Energy 

Waste-to-Energy umfasst Verfahren zur energetischen Verwertung von Abfällen, bei denen nicht mehr stofflich nutzbare Reststoffe mittels thermischer oder biologischer Prozesse in nutzbare Energieformen wie Strom, Wärme oder Biogas umgewandelt werden. Als letzte Verwertungsoption kommt dieser Ansatz dann zum Einsatz, wenn eine stoffliche Rückgewinnung nicht mehr sinnvoll ist und ist stets gegenüber alternativen Nutzungspfaden kritisch abzuwägen. 

Rückgewinnung aus Abwasser 

Rückgewinnung aus Abwasser gewinnt zunehmend an Bedeutung. Phosphor- und Stickstoffrückgewinnung, Wasserrückführung und Energiegewinnung aus Klärschlamm zeigen, dass selbst vermeintliche Restströme strategisches Potenzial besitzen. 

 

Industriebeispiele 

Erfolgreiche Resource-Recovery-Ansätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie technologische Lösungen, stabile Stoffströme und wirtschaftliche Nutzungspfade konsequent miteinander verbinden. Besonders deutlich wird dies in rohstoffintensiven Industrien. 

In der Metallindustrie gelten strukturierte Schrottkreisläufe als Referenzmodell für funktionierende Closed-Loop-Systeme. Die Rückgewinnung erfolgt dabei über integrierte Recyclingprozesse, die technisch und organisatorisch in bestehende industrielle Produktionssysteme eingebettet sind. Metalle wie Kupfer und Edelmetalle werden direkt aus Industrieabfällen, Elektronikschrott und End-of-Life-Produkten aufbereitet und ohne Qualitätsbruch wieder in metallurgische Kernprozesse zurückgeführt. Dadurch lassen sich sehr hohe Rückgewinnungsraten erzielen und Sekundärrohstoffe nahezu verlustfrei erneut in industriellen Anwendungen einsetzen. 

Auch im Kunststoffbereich eröffnen chemische Recyclingverfahren neue Rückgewinnungspfade für Abfallströme, die mechanisch nicht oder nur eingeschränkt verwertbar sind. Ein zentrales Beispiel ist die Pyrolyse von gemischten oder verschmutzten Kunststoffabfällen: Kunststoffe werden unter Sauerstoffausschluss thermisch zerlegt und in ein flüssiges Pyrolyseöl überführt. Dieses Öl kann anschließend als Rohstoff in bestehenden petrochemischen Produktionsprozessen eingesetzt werden, etwa zur Herstellung neuer Kunststoffe. Der entscheidende Unterschied zum klassischen Recycling liegt darin, dass das Material auf molekularer Ebene in den Produktionskreislauf zurückgeführt wird. Dadurch können auch komplexe Kunststofffraktionen wieder für hochwertige Anwendungen genutzt werden, die bislang als nicht recyclingfähig galten. Studien zeigen, dass chemisches Recycling insbesondere dort Closed-Loop-Potenziale erschließt, wo mechanische Verfahren an Qualitäts- oder Reinheitsgrenzen stoßen. 

In der Lebensmittel- und Agrarindustrie zeigt die energetische Nutzung organischer Reststoffe, wie Resource Recovery ökologische und ökonomische Ziele gleichzeitig adressieren kann. Produktionsabfälle wie Speisereste, Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung oder organische Schlämme werden in anaeroben Vergärungsanlagen biologisch abgebaut. Dabei entsteht Biogas, das direkt zur Eigenstrom- und Wärmeerzeugung genutzt oder zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist werden kann. Parallel dazu fallen Gärreste an, die als nährstoffhaltige Dünger in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden. 

 

Insights der EFS Consulting Kreislaufwirtschaftsexpert:innen 

Aus Beratungssicht scheitert Resource Recovery selten an Technologie – sondern an fehlender strategischer Verankerung. Erfolgreiche Programme folgen einer klaren Logik:
erst Transparenz über Stoffströme, dann technologisch-wirtschaftliche Priorisierung, anschließend skalierbare Implementierung und schließlich steuerungsrelevante KPIs. Entscheidend ist, Resource Recovery nicht als Nachhaltigkeitsinitiative, sondern als Teil der operativen und strategischen Unternehmenssteuerung zu behandeln. 

EFS Consulting begleitet Unternehmen genau an dieser Schnittstelle – von der Analyse über die Umsetzungsstrategie bis zur Integration in Governance, Reporting und Investitionsentscheidungen. 

 

Fazit  

Resource Recovery ist kein Nachhaltigkeitsthema, sondern ein Wertschöpfungsfaktor. Entscheidend ist nicht, ob Materialien zurückgewonnen werden, sondern in welcher Qualität, mit welcher Systemintegration und mit welchem ökonomischen Effekt. Nur dort, wo Rückgewinnung hochwertig, planbar und industriell anschlussfähig erfolgt, entsteht echte Substitution von Primärrohstoffen.

Isolierte Recyclingmaßnahmen bleiben wirkungslos, solange Produktdesign, Rücknahmestrukturen und Aufbereitungstechnologien nicht konsequent aufeinander abgestimmt sind. Kreislauffähigkeit entscheidet sich nicht am Ende des Lebenszyklus, sondern in strategischen Vorentscheidungen.

Unternehmen, die Resource Recovery als Managementaufgabe begreifen, gewinnen Kontrolle über Materialflüsse, stabilisieren Kosten und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit unter zunehmendem regulatorischem und geopolitischem Druck. Wer abwartet, wird Kreislaufwirtschaft implementieren müssen, jedoch unter regulatorischem Zwang und ohne ökonomischen Gestaltungsspielraum. Vertiefende Einblicke zur Regulatorik im Kontext der Kreislaufwirtschaft bietet das Whitepaper von EFS Consulting.   

EFS Consulting unterstützt Sie bei der End-to-End-Ausgestaltung von Resource-Recovery-Strategien für Ihr Unternehmen – von der strukturierten Identifikation relevanter Materialströme über die techno-ökonomische Bewertung geeigneter Rückgewinnungsoptionen bis zur regulatorisch abgesicherten Umsetzung. Der Fokus liegt auf messbarer Wertschöpfung, operativer Skalierbarkeit und der langfristigen Absicherung strategischer Wettbewerbspositionen.   

 

FAQs  

Was versteht man unter Ressourcenrückgewinnung? 

Ressourcenrückgewinnung bezeichnet die gezielte Rückführung von Materialien, Energie oder Nährstoffen aus Reststoffströmen in neue Wertschöpfungsprozesse, wobei Qualität, Systemintegration und wirtschaftlicher Nutzen entscheidend sind. 

 

Was sind Beispiele für Ressourcenrückgewinnung? 

Beispiele sind die Rückgewinnung von Metallen aus Produktionsabfällen oder Elektroschrott, chemisches Kunststoffrecycling, die Erzeugung von Biogas aus organischen Reststoffen sowie die Rückgewinnung von Nährstoffen und Energie aus Abwasser. 

 

Welche Formen der Verwertung und Rückgewinnung werden unterschieden? 

Grundsätzlich lassen sich drei Formen unterscheiden: 

  • Stoffliche Rückgewinnung 
  • Rohstoffliche Rückgewinnung & 
  • Energetische Verwertung 

Aus strategischer Sicht ist dabei entscheidend, welches Wertniveau durch die jeweilige Form erhalten oder erzeugt wird. 

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